Donnerstag 26. April 2018
Kultur und Sprache

Auf den Spuren der Habsburger: Österreichische Sehnsuchtsorte zwischen Mythos und Realität … und was davon blieb

 

Österreich wird im Ausland zumeist reflexartig mit den Habsburgern und deren berühmtesten Angehörigen verbunden. Das aus der Schweiz stammende Adelsgeschlecht stand mehr als 600 Jahre an der Spitze der Monarchie – es regierte damit um vieles länger als andere Dynastien – und versank erst durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg in die politische Bedeutungslosigkeit. Die Geschichte Europas ist daher untrennbar mit der Geschichte der Habsburger verbunden, ihre vielfältigen Spuren sind

quer über Europa bis in Teile Lateinamerikas zu finden, ihr Herrschschaftsmittelpunkt war jedoch Wien. Sichtbarste Zeichen von Österreichs imperialer Vergangenheit sind die

architektonischen Zeugen, im Zentrum Wiens rund um die Ringstraße und an der Peripherie die Sommerresidenz der Habsburger, Schloss Schönbrunn, das zu den meistbesichtigten Sehenswürdigkeiten der Welt zählt.

Auch jenseits der Architektur spiegelt sich die Geschichte des Landes in der Gegenwart, mehr vielleicht als in anderen Ländern, wider. In Teilen des politischen Systems, der

Verwaltung, des Rechts- und besonders des Bildungswesens sind Relikte aus der Monarchie erkennbar. Was touristisch als zumeist klischeehaft verpacktes, positiv besetztes Traditionsbewusstsein zur Vermarktung kommt, wird in Österreich selbst – zumindest aus intellektueller Sicht – kritisch beurteilt, sowohl was die gegenwärtigen Reste aus der Monarchie als auch den verklärten Blick auf die Vergangenheit betrifft. Letzterer präsentiert sich vielfach losgelöst von jeglichen historischen Realitäten und manifestiert sich in einer kaum überwundenen Trauer um verlorene Größe und Macht, in Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“.

Auch in der Landeskundevermittlung im Rahmen des DaFUnterrichts stehen Figuren wie Kaiser Franz Joseph und dessen Frau Elisabeth („Sisi“) oft stellvertretend für Österreichs

Geschichte. Simplifiziert und zumeist falsch dargestellt verstellen sie die Sicht auf Österreichs faktische Geschichte und Gegenwart. Ausgangspunkt des Seminars ist

daher eine Analyse von Österreichbildern in den gängigen DaF-Lehrwerken, danach führt eine virtuelle Reise in die Vergangenheit, in die von Wiener HistorikerInnen entwickelte

Website www.habsburger.net. Von dort begeben wir uns zuerst in Wien und in der zweiten Hälfte des Seminars im Sommerfrischeort der Habsburger, Bad Ischl, im malerischen Salzkammergut gelegen, an die realen Schauplätze.

Ziel des Seminars ist eine Entzauberung des von Mythen und Klischees besetzten Österreichbilds, eine Auseinandersetzung mit Gegenwart und Alltag, woraus in einem

zweiten Schritt die Ausarbeitung von kleinen Einheiten für den landeskundlichen DaF-Unterricht folgt. Die Themen dafür sind vielfältig und sollen sich aus den Recherchen und dem Erleben vor Ort entwickeln.

 

 

Inhalte

  • Kritische Analyse von Österreichbildern in DaF-Lehrwerken
  • Schauplätze der Monarchie: von Schönbrunn in Wien zur Kaiservilla in Bad Ischl
  • Österreichische Geschichte und wie sie die Gegenwart erklärt
  • Sehnsuchtsorte der Vergangenheit am Beispiel von Bad Ischl: Stadt mit Promifaktor zwischen Mythos und Verfall
  • Relikte aus der Monarchie: vom Kaiserwetter in der Kaiserstadt zur Kaisersemmel und dem Kaiserschmarren
  • Unterhaltung damals und heute: von den Jagdgesellschaften zum Kaiser-Golfturnier, vom Kaiserjodler zu Hubert von Goisern und zur Rockgruppe „Kurort“
  • Kunst- und Kulturszenen, österreichische Literatur und Musik
  • Der „Anti-Österreicher“ im Salzkammergut: Thomas Bernhard
  • Lernwerkstatt Materialentwicklung

 

Termin: 26. August – 8. September 2013

 

Anmeldeschluss: 26. Mai 2013

 

Veranstaltungsorte: Wien und Bad Ischl

 

Organisation: Andrea Stangl (andrea.stangl@kulturundsprache.at)

 

Preis: Euro 1.380,–

Membersarea

 

 

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