Freitag 19. Januar 2018
Kultur und Sprache

Typisch österreichisch?! – Eine Annäherung an die „österreichische Seele“

 

Im Jahre 1984 publizierte der österreichische Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut Erwin Ringel (1921 - 1994) ein Buch, das für das Selbstverständnis und die Interpretation all dessen, was bis zu diesem Zeitpunkt in vielfacher Hinsicht als „typisch österreichisch“ galt und neue Maßstäbe setzte. Er nannte sein Werk „Die Österreichische Seele. Zehn Reden über Medizin, Politik, Kunst und Religion“ und versuchte darin, ein viele Lebensbereiche umfassendes und differenziertes Bild des

„typisch“ Österreichischen – insbesondere der österreichischen Gesellschaft – in seinem historischen, sozialen, kulturellen und politischen Kontext zu zeichnen, wie es in diesem Umfang, in dieser Klarheit und in dieser schonungslos-selbstkritischen Weise noch nicht formuliert worden war. Dabei galt Ringels Hauptaugenmerk dem Versuch der Charakteristik und Erklärung des historischpolitischen Verhaltens weiter Teile der österreichischen Gesellschaft während der Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust. War Ringel für die einen der „Seelendoktor der Nation“, so verstanden ihn viele auch als „Nestbeschmutzer“. Dementsprechend kontrovers war die Rezeption seines Buches in der österreichischen Öffentlichkeit.

Seither gilt „die österreichische Seele“ als „Klassiker“. Fernab eines bis dahin von vielen ÖsterreicherInnen unreflektiert in Anspruch genommenen Selbstverständnisses

Österreichs als Heimat „großer Töchter und Söhne“, die „begnadet für das Schöne“ ein „vielgerühmtes Österreich“ repräsentieren (wie dies etwa in der österreichischen

Bundeshymne festgeschrieben steht) sowie fernab klischeehaft-stereotyper Klassifizierungen für Österreich als der aus dem Vollen einer „glorreichen“ Geschichte schöpfenden Kulturnation, eröffnete die „österreichische Seele“ für viele  ÖsterreicherInnen eine neue Perspektive auf das Verstehen und den Umgang mit der eigenen Geschichte und all dem, was aus dieser insbesondere hervorgegangen war.

Aber was ist nun „wirklich“ „typisch österreichisch“? Wie sieht sie nun aus, die „österreichische Seele“? Welche Innen- und Außensichten auf das „typisch Österreichische“ finden sich? – Und: Gibt es überhaupt so etwas wie das „typisch Österreichische“? All diese Fragen will das Seminar so erörtern, wie auch Erwin Ringel das getan hat: Vor dem Hintergrund einer interdisziplinären Betrachtungsweise sollen möglichst viele Aspekte vergangener und gegenwärtig relevanter Alltagsbereiche thematisiert werden.

Dementsprechend versteht sich das Seminar als Forum, in dem folgende inhaltliche Schwerpunkte diskutiert werden sollen:

 

 

Inhalte

  • Österreichische Geschichte, Mentalität und Identität
  • „Österreich heute“: aktuelle gesellschafts-politische Informationen zu Österreich
  • „Typisch österreichisches“ Deutsch als Ausdruck der „österreichischen Seele“
  • Das „typisch Österreichische“ im Spiegel der Künste: Literatur, Musik, bildende und darstellende Kunst, Architektur, Film und Theater
  • Kulinarisches Österreich
  • Typisch österreichisch? - Am Beispiel Wiens (Stadtteilrecherche)
  • Theaterpädagogische Zugänge zum DaF-Unterricht
  • Neue Materialien zur österreichischen Landeskunde aus DaF

 

Eine Exkursion soll die Möglichkeit schaffen, das „typisch Österreichische“ auch in anderen Regionen Österreichs kennen zu lernen.

 

 

Termin: 15. – 27. Juli 2013

 

Veranstaltungsort: Wien

 

Organisation: Nikolaus Reisinger (klaus.reisinger@kulturundsprache.at)

 

Anmeldung: Ministère de l’Éducation Nationale

 

Zielgruppe: DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus Frankreich

Membersarea

Bitte beachten sie folgende Fristen:

Bewerbung für ein Stipendium des BMBWF: 26.01.2018
Bewerbung für ein Erasmus+-Stipendium: 1.2.2018

 

 

Katalog 2018

 

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