Mittwoch 18. Juli 2018
Kultur und Sprache

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Österreich „ent-decken“! - Aber: „Was, bitteschön, ist Österreich eigentlich?“

Es war der österreichische Journalist, Schriftsteller und Kulturpolitiker Jörg Mauthe, der 1975 in dem seinerzeit vielbeachteten „Nachdenkbuch für Österreicher, insbesondere für Austrophile, Austromasochisten, Austrophobe und andere Ausländer“ unter anderem die Frage stellte: „Was, bitteschön, ist Österreich eigentlich?“ – Dabei zeichnete er eine äußerst vielschichtige und bunte Charakteristik des „Österreichischen“, dessen Entstehung Mauthe weit in die Zeit der multikulturellen und – nationalen Habsburgermonarchie zurückverlegte – eine Entwicklung, die jedoch durch das Ende des Ersten Weltkrieges und damit das Ende „Österreich-Ungarns“, nach 1918 unterbrochen wurde.

Die Frage, was Österreich „eigentlich“ sei, stellte sich weniger in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als Österreich schon 1918 den Anschluss an die Weimarer Republik suchte, und schon gar nicht, als Österreich 1938 dann tatsächlich Bestandteil des „Deutschen Reiches“ wurde, als vielmehr in der Zeit nach 1945, als sich Österreich im Kontext des Kriegsschulddiskurses „plötzlich“ in eine scharfe Abgrenzung zu Deutschland und begab sich erstmals in seiner langen Geschichte auf die

Suche nach einer Österreichischen Nation und Identität. Für viele ÖsterreicherInnen fand Papst Paul VI. eine Antwort auf diese Suche, als er im November 1971, im Zuge eines Besuches des damaligen Bundespräsidenten Franz Jonas im Vatikan, Österreich als „Insel der Seligen“ bezeichnete, eine Insel, auf der sich viele der damaligen

ÖsterreicherInnen sogleich wohl fühlten und sich gerne dorthin zurückzogen, wenn es darum ging, über die eigene Geschichte nachzudenken. Seit dem „Mauerfall“ 1989 und dem EU-Beitritt Österreichs 1995 sehen sich die ÖsterreicherInnen in einem zunehmend multikulturellen Staat auf neue Weise mit der Frage nach einer österreichischen Identität konfrontiert, allerdings unter wesentlich anderen Voraussetzungen als zur Zeit der Habsburgermonarchie.

Das Seminar steht für eine „Spurensuche“ durch die österreichische Kulturgeschichte und möchte so seinen TeilnehmerInnen die Möglichkeit bieten, das Thema auf verschiedenen Ebenen zu „ent-decken“, also Verdecktes sichtbar werden zu lassen, und dieses vor Ort „nacherlebbar“

zu machen. So gesehen sollen auch die Seminarorte Wien und Graz

– als die beiden größten Städte Österreichs – dazu beitragen, exemplarisch Einblicke in das „eigentlich Österreichische“ zu vermitteln.

In diesem Sinne versteht sich das Seminar als Forum, in dem folgende inhaltliche Schwerpunkte erörtert und diskutiert werden sollen:

 

 

Inhalte

  • Österreichische Geschichte, Mentalität und Identität
  • „Österreich heute“: aktuelle gesellschafts-politische Informationen zu Österreich
  • Österreichisches Deutsch
  • Multikulturelles Österreich
  • Sprachenlandschaft Österreich
  • Das „eigentlich Österreichische“ im Spiegel von Literatur, Musik, bildender und darstellender Kunst, Architektur, Film und Theater
  • Feste – Feiern und Brauchtum in Österreich
  • Alltag in Wien (Stadtteilrecherche)
  • Alltag in Graz
  • Theaterpädagogische Zugänge zum DaF-Unterricht
  • Neue Materialien zur österreichischen Landeskunde aus DaF

  

Ausflüge in die Umgebung von Wien und Graz werden die vielschichtige Ent-Deckungsreise beleben.

 

 

Termin: 14. bis 26. Juli 2014

 

Veranstaltungsort: Wien und Graz

 

Organisation: Nikolaus Reisinger (klaus.reisinger@kulturundsprache.at)

 

Ausschließlich für DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus Frankreich - keine internationalen Anmeldungen möglich!

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