Dienstag 20. November 2018
Kultur und Sprache

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„Von ostarrîchi nach Österreich“: Ein kulturhistorischer Spaziergang durch die Österreichische Geschichte im Gedenkjahr 2015

Zwischen vergessen, verdrängen … und ... erinnern! …

 

Ausschließlich für DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus Frankreich - keine internationalen Anmeldungen möglich!



Am 1. November des Jahres 996 n. Chr. schenkte Otto III., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, dem Bischof von Freising im heutigen Bundesland Niederösterreich entlang der Donau ein Territorium, welches als „ostarrîchî“ bezeichnet wurde. Das althochdeutsche Wort „ostarrîchî“ bedeutet „Ost-Reich“, oder „Reich im Osten“ und markierte jenes Kernland, aus dem im Laufe der Zeit unter der Dynastie der Habsburger ein Großreich entstand, ein „Reich, dem die Sonne nicht unterging“.

Nach dem Ersten Weltkrieg war aus dem einstigen Großreich ein Kleinstaat geworden, die sogenannte „Erste Republik“, deren Suche nach einer nationalen Identität mit dem „Anschluß“ 1938 im größeren Ganzen des „Großdeutschen Reiches“, und damit im Nationalsozialismus sowie in der Beteiligung vieler ÖsterreicherInnen an Kriegsverbrechen und dem Holocaust endete.

 

Das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 sowie der Abschluss des Staatsvertrages im Jahre 1955 sollten Auslöser für einen beginnenden nationalen Selbstfindungsprozess und zur Basis für einen „Neubeginn“ fernab von Krieg, Nationalsozialismus und Holocaust sein. Zwar war Österreich mit der Gründung der „Zweiten Republik“ 1945 abermals ein Kleinstaat geworden, doch empfand sich die österreichische Bevölkerung in der Zeit nach 1945 und insbesondere nach 1955 in Abgrenzung zur Bundesrepublik Deutschland und damit zu den Deutschen erstmals in der österreichischen Geschichte zunehmend als „österreichische Nation“. Schließlich war es der EU-Beitritt Österreichs 1995, durch den sich Österreich wieder in einem „Großen Ganzen“ fand.

 

2015 erinnert sich Österreich an diese „5-er Jahre“: 1945, 1955 und 1995, im Gedenken an das Ende einer Katastrophe, den Neubeginn eines „österreichischen Staates“, ja, sogar die Geburt einer „österreichischen Nation“ sowie die Aufnahme in die Europäische Staatengemeinschaft, und knüpft damit an eine Reihe bedeutsamer Erinnerungsjahre der letzten zwei Jahrzehnte an (1988, 1995, 1998, 2005, 2008), in denen sich offenbar ein kollektives Erinnerungsbedürfnis der österreichischen Gesellschaft widerspiegelt.

 

In diesem Sinne möchte das Seminar die österreichische Geschichte als vorläufiges Ergebnis einer longue durée verstehen, will den Versuch unternehmen, das sich 2015 erinnernde Österreich, seine Menschen und deren Mentalität in ihrer Historizität zwischen „ostarrîchî“ und „Österreich“ wahrzunehmen und eine wechselvolle österreichische Geschichte Revue passieren zu lassen, die von Krisen und Katastrophen ebenso geprägt ist wie von künstlerischen und kulturellen Höhepunkten.

 

Somit versteht sich das Seminar als Forum, in dem folgende inhaltliche Schwerpunkte erörtert und diskutiert werden sollen:

 

 

Inhalte

  • Österreichische Geschichte, Mentalität und Identität im Gedenkjahr   2015
  • Österreichisches Deutsch
  • Multikulturelles Österreich
  • Sprachenlandschaft Österreich
  • Kulturhistorische Spaziergänge durch die Welt der Literatur, der Musik, der bildenden und darstellenden Kunst sowie durch Film und Theater
  • Erinnerung als museale Inszenierung
  • Alltag in Wien (Stadtteilrecherche)
  • Theaterpädagogische Zugänge zum DaF-Unterricht
  • Neue Materialien zur österreichischen Landeskunde für den DaF-Unterricht

 

Eine eintägige Exkursion in die Wachau soll von Wien entlang der Donau über Mautern, Melk und Dürnstein, von Österreich nach „ostarrîchi“, und wieder zurück führen.

 


Anmeldung ausschließlich über das Ministère de l'Éducation Nationale:

 

Auf dem Dienstweg über die zuständigen Rektorate an:
Ministère de l'Éducation Nationale, Bureau DLC 20
107, Rue de Grenelle, 75007 Paris

 




Veranstaltungsort(e)

Datum: 20.07.2015 - 01.08.2015
Anmeldeschluss: 20.04.2015
Seminarpreis gesamt: € 0.-
Organisation: Nikolaus Reisinger nikolaus.reisinger@uni-graz.at
Anmeldefrist: 31.10.2014 - 20.04.2015
Membersarea

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