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OER-Materialien

 

Herzlich willkommen auf der Kultur und Sprache Materialienplattform. 

 

Unsere OER Plattform bietet Deutschlehrenden weltweit methodisch und inhaltlich innovative Materialien zur Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache. Die niederschwellig umsetzbaren Unterrichtssequenzen von 15-45 Minuten Umsetzungsdauer eröffnen zeitgemäße Perspektiven auf Österreich und setzen die Ziele kulturreflexiven Lernens und des DACH-Prinzips in der Praxis um. Sie sind v.a. für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen konzipiert.

 

Creative Commons Lizenzvertrag

 

Alle originären Inhalte auf dieser Website sind, soweit nichts anderes vermerkt ist, urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. 

 

Die Materialien in dieser Datenbank verweisen oft auf Websites von Drittanbietern. Sollte durch Änderungen auf diesen Websites ein Link in unseren Unterrichtsmaterialien nicht mehr funktionieren, ersuchen wir Sie um eine kurze Rückmeldung an kulturundsprache@oead.at.

 


 

Inhalt:
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CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

© Marco Petrucci
Kato de Schrödinger
CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Tot? Lebendig? Sowohl als auch? – Erwin Schrödingers Leben und Werk

Der folgende Beitrag umfasst eine Präsentation und Reflexion über das Leben und Werk des österreichischen Physikers Erwin Schrödinger (1887–1961). Anhand eines Videos wird das Thema vorgestellt und es werden erste spezifische Begriffe zum Thema vermittelt.

 

Anschließend wird anhand eines Textes eine Vertiefung des Begriffes „Schrödingers Katze“ vorgeschlagen. Der Text dient auch als Grundlage für eine Diskussion über das Thema, die die Lernenden dazu anregt, sich kritisch und reflexiv mit dem Thema „Schrödingers Katze“ auseinanderzusetzen.

 

Im dritten Teil der Sequenz übertragen die Lernenden das theoretische Konzept des Gedankenexperiments auf ihre eigene Lebenswelt. Die Lernenden erstellen ein eigenes kreatives Projekt ('Schrödinger-Box'), in dem sie gesellschaftliche oder kulturelle Widersprüche analysieren und präsentieren.

03.08.2026
von Gisele Eberspächer

Creative Commons Lizenzvertrag

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Globale Lernziele


Globale Lernziele:

  • Die Lernenden können wesentliche biografische und wissenschaftshistorische Informationen aus einem Video über Erwin Schrödinger entnehmen (Hör-Seh-Verstehen).
  • Die Lernenden können das Konzept der „QuantenSuperposition“ anhand des Beispiels „Schrödingers Katze“ erklären und auf abstrakte Kontexte anwenden (Sprachliche Handlungsfähigkeit).;
  • Die Lernenden können eigene kulturelle Deutungsmuster reflektieren, indem sie wissenschaftliche Paradoxien als Metaphern für gesellschaftliche Diskurse nutzen (Kulturreflexives Lernen).
Anmerkungen
Anmerkungen

Sie müssen als Lehrende keine Fachkenntnisse in Physik besitzen. Es wird jedoch empfohlen, sich im Vorfeld mit dem Thema auseinanderzusetzen, um es anschließend mit den Lernenden fundiert diskutieren zu können.

 

Als Vorbereitung eignen sich unter anderem:

  • der Artikel über zeitgenössische Interpretationen von Schrödingers Leben, veröffentlicht im Standard: https://www.derstandard.de/story/2000132657725/erwinschroedinger-missbrauchstaeter-undoder-rufmordopfer
  • das Video zum Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“: https://www.youtube.com/watch?v=P21d40ygPodas
  • WikipediaProfil des Wissenschaftlers: https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Schrödinger

Wenn Sie Zeit haben, wird Ihnen auch das Video über „Erwin Schrödinger und die Geschichte der Wellenmechanik“ der Universität Göttingen (https://youtu.be/hXfzP86HNF0?si=AKxgU5eLyRg-ThKj) empfohlen.


Materialtyp: Arbeitsblatt 10-15 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • können gezielt biografische Eckdaten und wissenschaftliche Leistungen Erwin Schrödingers aus einem audiovisuellen Medium entnehmen und diese chronologisch korrekt einordnen (Hör-Seh-Verstehen).

Umsetzung

Die Lehrkraft fragt zuerst, ob die Klasse schon Erwin Schrödinger kennt, oder was ihre Assoziationen mit dem Namen sind. Danach bekommt jede/r Lernende ein Arbeitsblatt. Der Text der Aktivität 1 sollte von der Klasse gelesen werden (laut oder individuell, je nach Präferenz der Lehrkraft und Profil der Klasse). Dieser Schritt hilft den Lernenden, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Darüber hinaus können die Lernenden Vermutungen zu den Antworten anstellen und sich auf das Hörverständnis vorbereiten.

 

Die Lehrkraft zeigt dann das Video „Erwin Schrödinger“ (https://www.youtube.com/watch?v=K4fg8U9W_IA&t=175s) und die Lernenden sollen die Lücken ergänzen (als Binnendifferenzierung ist es möglich mit oder ohne die Schlussworte zu arbeiten). Es ist auch möglich, mehr als einmal das Video abzuspielen. Danach wird die Übung korrigiert und evtl. Fragen zu dem Vokabular werden erklärt.

Zusatzinformationen
Erwin Schrödingers Leben und Werk Anmerkungen

Die Übung stellt die wichtigsten Daten aus dem Leben und Werk des österreichischen Physikers Erwin Schrödinger vor.

 

Lösung Lückentext (Arbeitsblatt):

  1. Erwin Schrödinger wurde 1887 in Wien geboren und machte dort sein Physikstudium.
  2. Er erhielt 1910 seinen Doktorgrad an der Universität Wien.
  3. 1926 veröffentlichte Schrödinger eine neue Arbeit über Wellenfunktion, die eine zentrale Rolle in der Quantenmechanik spielt.
  4. Seine Wellenmechanik erlaubte es, zum Beispiel die Energieniveaus des Wasserstoff-Atoms zu berechnen.
  5. 1933 bekam Schrödinger den Nobelpreis für Physik, den er sich mit einem anderen Wissenschaftler teilte.
  6. Er wohnte in Wien und Irland.
  7. Schrödinger stellte 1935 ein Gedankenexperiment vor, das heute als Schrödingers Katze bekannt ist und zeigen soll, wie ungewöhnlich die Quantenwelt ist.
  8. Schrödingers Forschung hatte Einfluss sowohl auf die Physik als auch auf die Philosophie, weil seine Ideen viele grundlegende Fragen über die Natur der Wirklichkeit berühren.
Materialtyp: Arbeitsblatt

Schrödinger – Aufgabe 1

Gisele Eberspächer

CC BY-SA 4.0


Materialtyp: Arbeitsblatt 15-20 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • können fachsprachliche Ausdrücke zum Thema Quantenphysik im Kontext verstehen und ihre Meinung zur wissenschaftlichen Ethik in einer Diskussion begründen.
  • können die physikalische Metapher von „Schrödingers Katze“ erklären und fachspezifischen Wortschatz im Kontext anwenden, um die Paradoxie zwischen Theorie und Realität mündlich zu beschreiben (Sprachsystematisches Wissen & Sprechen).
  • können über das gelesene Thema diskutieren (Diskursfähigkeit).

Umsetzung

Vorentlastung durch Bildanalyse: Die Lehrkraft setzt die Sequenz mit dem Foto der Solvay-Konferenz von 1927 fort. Bevor der Text gelesen wird, erfolgt eine visuelle Vorentlastung. Die Lehrkraft nutzt die Impulsfragen (z. B. „Wer sitzt in der Mitte?“, „Wie viele Frauen siehst du?“), um das Vorwissen über berühmte Persönlichkeiten wie Einstein oder Curie zu aktivieren und das historische Setting (Wissenschaftselite der 1920er Jahre) zu etablieren.

 

Wortschatzarbeit: Vor dem Lesen lenkt die Lehrkraft die Aufmerksamkeit der Lernenden auf die bereitgestellte Vokabelbox („Wortschatz-Hilfe“). Zentrale Begriffe werden kurz geklärt, um Barrieren beim Leseverstehen abzubauen.

 

Gezieltes Leseverstehen: Die Lernenden lesen den authentischen Text über die Konferenz. Dies kann individuell (Förderung der Lesekompetenz) oder in Partnerarbeit erfolgen. Die Leitfragen helfen den Lernenden den Text strukturiert erschließen zu können, anstatt nur nach Einzelwörtern zu suchen.

 

Diskurs und Reflexion: Anschließend werden die Diskussionsfragen bearbeitet. Um die Lernenden auf B1-Niveau zu unterstützen, stellt die Lehrperson die vorbereiteten Redemittel zur Verfügung („Ich finde ...“, „Meiner Meinung nach ...“, „Früher war es so, dass ...“).

 

Sozialform: Zuerst erfolgt ein Austausch in Kleingruppen (geschützter Raum), gefolgt von einer Zusammenfassung der wichtigsten Thesen im Plenum.

 

Fokus: Besonderes Augenmerk liegt auf der Frage zur Gender-Ungleichheit (Marie Curie), um den Bogen zu modernen gesellschaftlichen Werten zu schlagen.

Zusatzinformationen
Solvay-Konferenz 1927 Anmerkungen

Die Solvay-Konferenz wurde 1911 vom belgischen Industriellen Ernest Solvay ins Leben gerufen, um mit den besten Forschern/innen der damaligen Zeit aktuelle Probleme der Physik zu diskutieren. Seitdem findet sie in regelmäßigen Abständen statt, zuletzt im Jahr 2023. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Solvay-Konferenz.

 

Der Text der vorgeschlagenen Aktivität erzählt etwas mehr über die Diskussion auf der Konferenz von 1927, auf der die Forscher/innen über Quantenmechanik und die Beschaffenheit von Elektronen und Protonen diskutierten. Die Diskussion zu diesem Thema wurde auch als Bohr-Einstein-Debatte bekannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Bohr-Einstein-Debatte). Die von Bohr vorgeschlagene Perspektive ist heute die am meisten akzeptierte.

 

Beispiel Lösung der Fragen:

 

Was war das Ziel der Solvay-Konferenzen?
Das Ziel der Solvay-Konferenzen war es, Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zu treffen, damit sie neue Theorien diskutieren und voneinander lernen konnten.

 

Warum war das Jahr 1927 für die Physik so besonders?
Das Jahr 1927 war besonders, weil viele berühmte Physiker an der 5. Solvay-Konferenz teilnahmen und dort über die neue Quantentheorie diskutierten.

 

Welche Rolle spielte Schrödinger bei diesem Treffen?
Schrödinger hatte eine wichtige Rolle, weil er eine andere Meinung zur Quantenmechanik hatte und das Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“ vorstellte.

 

Warum ist die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern wichtig?
Die Zusammenarbeit ist wichtig, weil Wissenschaftler ihre Ideen teilen, sich gegenseitig helfen und so bessere Ergebnisse in der Wissenschaft erreichen können.

 

Es ist sinnvoll, zumindest die Namen einiger Wissenschaftler/innen zu kennen, die im ersten Teil der Übung auf dem Bild zu sehen sind. In der Reihenfolge von hinten nach vorne sowie von links nach rechts sind dies: Auguste Piccard, Émile Henriot, Paul Ehrenfest, Édouard Herzen, Théophile de Donder, Erwin Schrödinger, Jules-Émile Verschaffelt, Wolfgang Pauli, Werner Heisenberg, Ralph Howard Fowler, Léon Brillouin, Peter Debye, Martin Knudsen, William Lawrence Bragg, Hendrik Anthony Kramers, Paul Dirac, Arthur Compton, Louis de Broglie, Max Born, Niels Bohr, Irving Langmuir, Max Planck, Marie Skłodowska Curie, Hendrik Lorentz, Albert Einstein, Paul Langevin, Charles-Eugène Guye, Charles Thomson Rees Wilson, Owen Willans Richardson. Dies erleichtert es, im Anschluss mit den Lernenden weiter über das Thema ins Gespräch zu kommen und gegebenenfalls auch andere Interessen der Klasse oder Aspekte aufzugreifen, die vielleicht in früheren Diskussionen angesprochen wurden.

Materialtyp: Arbeitsblatt

Schrödinger – Aufgabe 2

Gisele Eberspächer

CC BY-SA 4.0


Materialtyp: Arbeitsblatt 15-20 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • können das Prinzip von Schrödingers Katze auf Alltagssituationen übertragen und eigene Hypothesen in der Gruppe diskutieren und präsentieren.
  • können ein eigenes Gedankenexperiment entwerfen, schriftlich dokumentieren und präsentieren. Dabei reflektieren sie die kulturelle Bedeutung von Ambiguität und Perspektivenwechsel und festigen ihre Diskursfähigkeit (Kulturreflexives Lernen & Produktion).

Umsetzung

Vorbereitung (5 Min.): Die Lehrperson wiederholt kurz das Konzept der Superposition (Zustand der Katze). Die Lehrperson erklärt, dass dieses Modell nun als Metapher für moderne Dilemmata genutzt wird.

 

Themenfindung (10 Min.): Die Lernenden bilden Gruppen von 3-4 Personen. Sie wählen ein Thema, das zwei widersprüchliche Seiten hat. Die Lehrperson gibt Impulse (KI, Migration, soziale Medien), lässt den Gruppen aber die Autonomie bei der Wahl.

 

Gestaltung der „Schrödinger-Box“ (20 Min.): Die Gruppen erstellen ihre Box (physisch aus Karton oder auf ein Blattpapier). Sie formulieren auf der Innenseite zwei kurze Texte, die das Dilemma beschreiben. Die Lehrperson unterstützt bei der Formulierung.

 

Präsentationsphase (15 Min.): Jede Gruppe präsentiert ihre Box der Klasse. Zuerst wird nur das Thema (die Außenseite) vorgestellt. Die Lernenden spekulieren im Plenum über die möglichen „Zustände“ im Inneren der Box, bevor diese „geöffnet“ (vorgelesen) wird.

 

Gemeinsame Reflexion (10 Min.): Abschlussdiskussion im Plenum: Die Lehrperson stellt die Frage: „Warum ist es für unsere Gesellschaft wichtig, beide Seiten einer Box zu kennen, bevor wir sie öffnen?“ Dies schlägt die Brücke von der Wissenschaft zur kulturellen Kompetenz.

Zusatzinformationen
Schrödinger-Box Anmerkungen

Diese Aktivität transformiert ein abstraktes physikalisches Konzept in ein Werkzeug zur Reflexion gesellschaftlicher Ambiguität. Sie fördert das kulturreflexive Lernen, da die Lernenden erkennen, dass es in komplexen Diskursen oft kein einfaches „Richtig“ oder „Falsch“ gibt (Multiperspektivität).

 

In Anlehnung an die Wiener Thesen (https://www.idt-2022.at/dl/mKnoJmoJKLLJqx4KJKJmMJnmL/Wiener_Thesen_zur_Sprachenpolitik_IDT2022_Kurzfassung_20220820_pdf) stärkt die Aufgabe die Diskursfähigkeit und die Handlungsfähigkeit der Lernenden in einer plurizentrischen Welt.

Materialtyp: Arbeitsblatt

Schrödinger – Aufgabe 3

Gisele Eberspächer

CC BY-SA 4.0

Sprachniveau B1 Dauer alter

Fertigkeit(en)

Fertigkeit(en) Hör-Sehverstehen Sprechen Schreiben Lesen


Themen

Wissenschaft / Technik Geschichte Bekannte Persönlichkeiten


Ausstattung

Beamer / Videoprojektor Lautsprecher Internetfähiges Gerät für Lehrperson Internetfähiges Gerät für Lernende

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MMMag. Klaus Redl, BA MA

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