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OER-Materialien

 

Herzlich willkommen auf der Kultur und Sprache Materialienplattform. 

 

Unsere OER Plattform bietet Deutschlehrenden weltweit methodisch und inhaltlich innovative Materialien zur Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache. Die niederschwellig umsetzbaren Unterrichtssequenzen von 15-45 Minuten Umsetzungsdauer eröffnen zeitgemäße Perspektiven auf Österreich und setzen die Ziele kulturreflexiven Lernens und des DACH-Prinzips in der Praxis um. Sie sind v.a. für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen konzipiert.

 

Creative Commons Lizenzvertrag

 

Alle originären Inhalte auf dieser Website sind, soweit nichts anderes vermerkt ist, urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. 

 

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Inhalt:
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CC BY-SA 4.0

© Gisele Eberspächer
Denkmal Lise Meitner, Arkadenhof Universität Wien
CC BY-SA 4.0

Herausforderungen von Frauen in der Wissenschaft: Die Wege von Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau

Anhand von Fotos von Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau wird das Thema „Frauen in Wissenschaft“ erschlossen. Im Zentrum steht die Reflexion über die Ungleichheit der Geschlechter an der Universität. Es wird dann sowohl eine biographische Vorstellung von den Wissenschaftlerinnen gemacht als auch eine Diskussion über die Schwierigkeiten, denen sie als Wissenschaftlerinnen ihrer Zeit begegneten. Aber wie ist die Situation heute? Anhand aktueller Daten werden die Lernenden dazu aufgefordert, über die aktuelle Situation in Österreich zu diskutieren und diese mit anderen Ländern zu vergleichen.

23.07.2026
von Gisele Eberspächer

Creative Commons Lizenzvertrag

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Globale Lernziele


Die Lernenden …

  • können biografische Informationen über österreichische Forscherinnen verstehen, diese mündlich präsentieren und die historische Situation von Frauen in der Wissenschaft mit der heutigen Zeit vergleichen.
  • Rezeption (Lesen/Hören): Die Lernenden können einem einfachen Text über Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau wesentliche Informationen zu deren Lebenslauf und beruflichen Hindernissen entnehmen.
  • Produktion (Sprechen): Die Lernenden können zentrale biografische Daten und Leistungen der drei Forscherinnen mithilfe von Stichpunkten zusammenfassend wiedergeben.
  • Interaktion & Reflexion: Die Lernenden können konkrete Beispiele für historische Diskriminierung benennen (z. B. fehlender Zugang zum Labor) und diese mit der aktuellen Situation in ihrem Herkunftsland oder in Österreich vergleichen.
Anmerkungen
Anmerkungen

Die folgende Aufgabe stellt drei österreichische Wissenschaftlerinnen vor, die zwar zu ihrer Zeit eine wichtige Rolle spielten, aber nicht die Anerkennung erhielten, die sie verdient hätten.

Dabei werden folgende sensible Themenbereiche angesprochen:

 

  • Sexismus: Die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft (z. B. fehlender Zugang zu Universitäten, Verweigerung von Preisen und Bezahlung).
  • Antisemitismus: Im Fall von Lise Meitner und Marietta Blau wird die Verfolgung und Ausgrenzung aufgrund ihrer jüdischen Herkunft thematisiert (insbesondere das Zitat über Marietta Blau: „Frau und Jüdin. Beides zusammen ist zu viel“).

Pädagogische Empfehlungen: Es wird empfohlen, vor der Bearbeitung kurz zu prüfen, ob die Lernenden bereits Vorwissen zu diesen historischen Kontexten haben.

 

Sicherer Raum (Safe Space): Da Lernende eigene Diskriminierungserfahrungen haben könnten, sollte die Diskussion im Plenum moderiert werden. Fokus sollte auf der Empowerment-Perspektive liegen: Wie haben diese Frauen trotz der Widerstände Herausragendes geleistet?

 

Kulturreflexion: Nutzen Sie die Übungen zum Vergleich mit der heutigen Situation, um Diskriminierung nicht nur als historisches Phänomen, sondern als aktuelle gesellschaftliche Aufgabe zu besprechen.

 

Für diese Aktivität kann es hilfreich sein, sich zuvor ein wenig über Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau zu informieren (z. B. auf Wikipedia):

  • Hedy Lamarr: https://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Lamarr (vor allem „Erfinderin“)
  • Lise Meitner: https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner (vor allem „Studium und Promotion“, „Chemisches Institut in Berlin“ und „Ausbleiben des Nobelpreises“)
  • Marietta Blau: https://de.wikipedia.org/wiki/Marietta_Blau (vor allem „Leben“)

Die Aufgabe soll auch zeigen, wie feindselig das akademische Umfeld gegenüber Frauen war und wie sich die Situation in den letzten Jahren verändert hat. Dazu werden aktuelle Daten zur Präsenz von Frauen in der Wissenschaft in Österreich vorgestellt.


Materialtyp: interaktive Übung 15-20 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • sollen beim Hören und Lesen biografische Informationen verstehen.
  • sollen mündlich den Kolleginnen biografische Informationen erklären.
  • lernen mehr über Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau kennen.

Umsetzung

Um das Thema vorzustellen und das Vorwissen der Lernenden zu aktivieren, stellt die Lehrperson Fragen wie zum Beispiel: „Können Frauen heute an Universitäten forschen?“, „War das schon immer so?“.

 

Die Klasse sollte dann in drei Gruppen aufgeteilt werden. Die Lehrperson soll anschließend die Ausstellung Kalliope (https://view.genially.com/5fbbf79ca5becd0d00484bed) aufrufen und die Einträge zu Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau sollen gefunden werden (sie können in alphabetischer Reihenfolge in der Liste gefunden werden).

 

Die Forscherinnen werden den Gruppen zugeteilt und jede Gruppe sollte den Eintrag zu einer der Forscherinnen lesen und anhören, und dann die Informationen zusammenstellen, die sie für am relevantesten hält. Die Lernenden können sich Notizen machen oder sogar ein Poster mit den wichtigsten Informationen erstellen. Anschließend stellt jede Gruppe ihre Forscherin mündlich dem Rest der Klasse vor.

Zusatzinformationen
Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau Anmerkungen

Für diese Aufgabe wird die Ausstellung „Kalliope“ verwendet. Kalliope ist die Muse der Wissenschaft, Philosophie und Poesie und wird von den Griechen als die älteste und weiseste unter den klassischen Musen angesehen. Die Ausstellung präsentiert die Geschichten bedeutender österreichischer Frauen aus verschiedenen Bereichen und historischen Epochen.

 

Die hier verwendete digitale Version ist Kalliope 2.0. ist eine sehr interaktive digitale Aufbereitung von „Kalliope Austria“ und wurde von Studierenden der Universitäten Salamanca und Santiago de Compostela ins Spanische und Galizische übersetzt (steht aber auch auf Deutsch zur Verfügung).


Kalliope/Caliope Austria 2.0


Materialtyp: Arbeitsblatt 10-15 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • erkennen Schwierigkeiten akademischer Frauen von damals.
  • verstehen einen historischen und biografischen Text.

Umsetzung

Jede/r Lernende bekommt ein Arbeitsblatt. Die Lernenden sollen den Text lesen und Sätze finden, die die Schwierigkeiten der Forscherinnen zeigen. Diese sind folgende:

  • Hedy Lamarr durfte von ihren Produzenten und Agenten aus der Filmindustrie nicht über „ihre andere Arbeit” sprechen: Ihre Intelligenz passte nicht zum erwarteten Bild einer schönen Muse des amerikanischen Kinos.
  • Lise Meitner hatte keinen offiziellen Zugang zur Universität, die keine Frauen als Studentinnen zuließ. Sie hatte Zugang zum Forschungslabor, das sich in einem Keller mit direktem Zugang befand, aber nicht zum Rest der Universität. Das ging so weit, dass sie in ein Restaurant auf der Straße gehen musste, wenn sie auf die Toilette musste. […] Obwohl sie 47-mal für den Nobelpreis nominiert wurde, erhielt sie ihn nie – ihr Kollege aus dem Labor, Otto Hahn, mit dem sie ihre Forschungen durchgeführt hatte, erhielt den Preis 1946, jedoch allein.
  • Marietta Blau wurde für eine Lehrstelle an der Universität Wien mit folgender Begründung abgelehnt: „Frau und Jüdin. Beides zusammen ist zu viel“, obwohl sie für die Stelle qualifiziert war. […] Sie erhielt 1962 den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, trotzdem wurde sie nie in die Institution aufgenommen.

Zusatzinformationen
Schwierigkeiten Anmerkungen

Einige Artikel und Interviews mit Biografeninnen/Biografen berichten ausführlicher über die Schwierigkeiten, mit denen Wissenschaftlerinnen konfrontiert waren. Beispiele für solche Texte sind:

  • Lise Meitner: https://www.derstandard.at/story/2000088285151/dieverlorene-ehrung-der-lise-meitner
  • Hedy Lamarr: https://www.vogue.de/lifestyle/artikel/diegeschichte-von-hedy-lamarr
  • Marietta Blau: https://www.derstandard.at/story/2000005385704/zertruemmerungenim-leben-einer-forscherin und https://youtu.be/Fqs1Yxd1PEE?si=76XaSUe2g0S8N7ZF
  • Zur Diskussion darüber, wie man diese Wissenschaftlerinnen im Unterricht behandeln kann, siehe folgenden Artikel: https://aktarcha.hypotheses.org/10171
  • Über die Schwierigkeiten, mit denen Wissenschaftlerinnen noch heute konfrontiert sind, siehe folgenden Text: https://www.derstandard.at/story/3000000281884/frauenstellenan-universitaeten-warum-das-sinnvoll-ist
Materialtyp: Arbeitsblatt

Herausforderungen von Frauen in der Wissenschaft - Aufgabe 1

Gisele Eberspächer

CC BY-SA 4.0


10-15 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • können einen Trend in der Statistik erkennen und einfache statistische Informationen in eigenen Worten wiedergeben.
  • können mindestens zwei Vergleiche zur damaligen und heutigen Situation bilden.

Umsetzung

Mit Hilfe der Lehrperson sollen die Lernenden die Daten zu Bildung und Geschlecht in Österreich heute, die von Statistik Austria zur Verfügung gestellt werden, betrachten (unter https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gender-statistiken/bildung und https://www.statistik.at/fileadmin/pages/359/Infotext_GenderStatistik_Bildung.pdf).

 

Die Lehrperson zeigt zuerst die Grafiken „Frauenanteil an den Studienabschlüssen an öffentlichen Universitäten nach Fachrichtungen“ und „Bildungsniveau von Frauen und Männern 2022“.

 

Die Lernenden müssen die Seiten nicht vollständig verstehen, sondern lediglich einen Anstieg der Anzahl der Frauen im akademischen Bereich und Trends erkennen. Die Lehrperson kann Fragen stellen wie:

 

Worum handelt es sich bei diesen Daten?

Was zeigt die Grafik?

Glauben Sie, dass sich die Situation seit der Zeit von Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau bis heute verändert hat?

 

Nach den ersten Impulsfragen können sich die Lernenden zu zweit zusammensetzen, um sich die Grafiken genauer anzusehen. Die Lernenden sollten auf den Anstieg der Zahl der Frauen im österreichischen Hochschulwesen achten, eine Situation, die sich von den vorgestellten Beispielen von Hedy Lamarr, Lise Meitner und Marietta Blau unterscheidet.

 

Anschließend können die Gruppen schriftliche Vergleichssätze bilden, um ihre Ergebnisse zu präsentieren.

 

Man kann den im vorigen Text dargestellten Zeitraum mit den neuesten Daten vergleichen, aber auch die aktuelle Situation in Österreich mit den Herkunftsorten der Lernenden der Klasse. Die Lehrperson kann mit Strukturen an der Tafel helfen:

 

Früher war die Situation…. als heute.

Jetzt/Heute gibt es … Frauen als Männer in Universitäten.

Bei mir ist die Situation … als in Österreich / Ich glaube, heute ist es einfacher / schwieriger für Frauen, weil... usw.

 

Die abschließende Diskussion sollte im Plenum stattfinden.

Zusatzinformationen
Und heutzutage? Anmerkungen

Für diese Aktivität werden Daten zu Geschlecht und Bildung in Österreich verwendet. Es wird empfohlen, dass sich die Lehrkräfte das vorab Material in Ruhe ansehen und die Informationen auswählen, die sie mit der Klasse besprechen möchten. Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, können beide Seiten bearbeitet werden:

 

https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gender-statistiken/bildung („Frauenanteil an den Studienabschlüssen an öffentlichen Universitäten nach Fachrichtungen“ und „Bildungsniveau von Frauen und Männern 2022“ sind besonders interessant) und https://www.statistik.at/fileadmin/pages/359/Infotext_GenderStatistik_Bildung.pdf

 

Für die abschließende Diskussion kann es hilfreich sein, wenn die Lehrperson kurz über die Herkunft der Lernenden und die Bildungssituation in den einzelnen Ländern informiert ist, damit sie dadurch den Lernenden helfen kann, ihre Meinungen besser zu äußern.

Sprachniveau A2 Dauer alter

Fertigkeit(en)

Fertigkeit(en) Sprechen Lesen Hören


Themen

Wissenschaft / Technik Geschichte Bekannte Persönlichkeiten


Ausstattung

Beamer / Videoprojektor Lautsprecher Internetfähiges Gerät für Lehrperson Internetfähiges Gerät für Lernende

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1010 Wien

 

Abteilung Abteilung III/2 - Bilaterale internationale Angelegenheiten Bildung; Weltweit Unterrichten;

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MMMag. Klaus Redl, BA MA

T +43 1 53120 4821
klaus.redl@bmb.gv.at

 

 

OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung

Abteilung Auslandsstandorte und Sprache

Programm Kultur und Sprache

Standort: Universitätsstraße 5
1010 Wien

 

kulturundsprache@oead.at

 

Mag.a Katrin Havlicek-Rosenauer

T +43 1 534 08 511

 

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