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OER-Materialien

 

Herzlich willkommen auf der Kultur und Sprache Materialienplattform. 

 

Unsere OER Plattform bietet Deutschlehrenden weltweit methodisch und inhaltlich innovative Materialien zur Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache. Die niederschwellig umsetzbaren Unterrichtssequenzen von 15-45 Minuten Umsetzungsdauer eröffnen zeitgemäße Perspektiven auf Österreich und setzen die Ziele kulturreflexiven Lernens und des DACH-Prinzips in der Praxis um. Sie sind v.a. für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen konzipiert.

 

Creative Commons Lizenzvertrag

 

Alle originären Inhalte auf dieser Website sind, soweit nichts anderes vermerkt ist, urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. 

 

Die Materialien in dieser Datenbank verweisen oft auf Websites von Drittanbietern. Sollte durch Änderungen auf diesen Websites ein Link in unseren Unterrichtsmaterialien nicht mehr funktionieren, ersuchen wir Sie um eine kurze Rückmeldung an kulturundsprache@oead.at.

 


 

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https://www.europeana.eu/de/item/9200579/mgyaqahc

© CC BY, via europeana, Die ursprüngliche Version wurde zugeschnitten.
Sigmund Freud, Stanley Hall, Carl Gustav Jung, Abraham Arden Brill, Ernest Jones and Sándor Ferenczi. Photograph, 1909
https://www.europeana.eu/de/item/9200579/mgyaqahc

Sigmund Freud: Texte über die Anfänge der Psychoanalyse

Diese Unterrichtseinheit bietet einen Einstieg in zentrale Gedanken der frühen Psychoanalyse und macht Sigmund Freud als historische und zugleich gegenwartsrelevante Figur erfahrbar. Ausgehend von grundlegenden Konzepten wie dem Unbewussten, dem Es und der Idee innerer Konflikte, erschließen Lernende auf B2-Niveau einen vereinfachten Fachtext, erweitern ihren Wortschatz im Themenfeld Psychologie und Therapie und sichern ihr Textverstehen durch gezielte Lese- und Markieraufgaben.

 

Ein prägnantes Freud-Zitat („Wo Es war, soll Ich werden“) dient als sprachlicher und inhaltlicher Impuls, um Bedeutungen zu paraphrasieren und erste Deutungen zu entwickeln. Darauf aufbauend vergleichen die Lernenden Freuds Ansätze mit heutigen Vorstellungen von Psychologie, Therapie, Selbstoptimierung und Coaching und formulieren eigene, argumentativ nachvollziehbare Positionen zur aktuellen Relevanz der Psychoanalyse.

17.07.2026
von Christine Freitag

Creative Commons Lizenzvertrag

Alle originären Inhalte auf dieser Website sind, soweit nichts anderes vermerkt ist, urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Globale Lernziele


Die Lernenden erschließen zentrale Grundideen der frühen Psychoanalyse, wie etwa das Unbewusste beziehungsweise das Es, das Ich und die Verdrängung, und ordnen diese in groben Zügen historisch ein. Sie verstehen einen vereinfachten Fachtext auf B2-Niveau sowohl selektiv als auch detailliert und sichern ihr Textverstehen durch das Markieren, Zusammenfassen und Klären von Schlüsselstellen. Darüber hinaus erweitern sie ihren Wortschatz im Themenfeld Psychologie und Therapie und verwenden zentrale Begriffe in eigenen, verständlichen Formulierungen. Die Lernenden paraphrasieren ein prägnantes Freud-Zitat („Wo Es war, soll Ich werden“) sinngemäß und erläutern mögliche Bedeutungen in eigenen Worten. Zudem entwickeln sie argumentativ nachvollziehbare Positionen zur heutigen Relevanz der Psychoanalyse, vergleichen Freuds Gedanken mit aktuellen Vorstellungen von Psychologie und Therapie und begründen ihre Sichtweise anhand von Beispielen. Abschließend reflektieren die Lernenden in zusammenhängenden mündlichen oder schriftlichen Beiträgen die Verbindung zwischen Selbsterkenntnis, gesellschaftlichen Diskursen wie Selbstoptimierung, Coaching oder Social Media sowie unterschiedlichen kulturellen Perspektiven.

 


Materialtyp: Bild 5-10 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • aktivieren ihr Vorwissen zu Psychologie und Sigmund Freud.
  • formulieren erste Hypothesen zu zentralen Begriffen der Psychoanalyse.
  • stellen erste Bezüge zwischen dem Thema Psychoanalyse und ihrem eigenen Alltag her.

Umsetzung

  1. Die Lehrperson zeigt zunächst für etwa 20 Sekunden ein Foto von Sigmund Freud und bittet die Lernenden um stille Betrachtung.
     
  2. Anschließend wird ein offenes Brainstorming an der Tafel durchgeführt, bei dem die Lernenden Assoziationen zu „Psychoanalyse“ oder „Freud“ äußern, die stichwortartig gesammelt werden. Z.B: Was fällt euch zu Psychoanalyse oder Freud ein?
    → Tafelwörter: Traum, Kindheit, Unbewusstes, Sexualität, Therapie, Wien
     
  3. Abschließend lenkt die Lehrperson das Gespräch mit den Leitfragen „Was bedeutet unbewusst?“ und „Glaubst du, Träume haben Bedeutung?“ auf zentrale Themen der Einheit, ohne diese bereits theoretisch zu erklären.

Zusatzinformationen
Vorwissen aktivieren Anmerkungen

Viele Lernende kennen Freud als „berühmten Psychologen“, aber nicht seine zentralen Begriffe. Der Einstieg dient dazu, vorhandenes Alltagswissen zu aktivieren und Fehlvorstellungen sichtbar zu machen (z. B. Freud = „Sexualität“).

 

Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig: Ein Foto und assoziatives Brainstorming ermöglichen allen einen Zugang, unabhängig von Vorwissen.

 

Fachbegriffe wie Unbewusstes, Ich sollten im Einstieg nicht theoretisch erklärt werden, sondern erst gesammelt werden. Das verhindert kognitive Überlastung – besonders bei abstrakten Themen wie der Psychoanalyse.

 

Vertiefende Informationen für Lehrende über Sigmund Freud und die zentralen Gedanken der frühen Psychoanalyse finden Sie in dem Beiblatt bei Aktivität 2.

Materialtyp: Bild

Titelbild Sigmund Freud

Sigmund Freud, Stanley Hall, Carl Gustav Jung, Abraham Arden Brill, Ernest Jones and Sándor Ferenczi. Photograph, 1909; CC BY, via Europeana

https://www.europeana.eu/de/item/9200579/mgyaqahc


Materialtyp: Arbeitsblatt 10-15 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • verstehen die zentralen Ideen Sigmund Freuds in vereinfachter Form.
  • erweitern ihren psychologischen Wortschatz im Zusammenhang mit der Psychoanalyse.
  • paraphrasieren ein zentrales Zitat Freuds auf dem Sprachniveau B2 in eigenen Worten.

Umsetzung

a) Arbeitsblatt 1, Kurztext + Aufgabe 1

Die Lehrperson teilt Arbeitsblatt 1 aus und bittet die Lernenden, den Kurztext zunächst still zu lesen und dabei bereits Aufgabe 1 zu bearbeiten, indem sie im Text markieren, was für sie neu oder interessant ist. Anschließend wird der Text gemeinsam im Plenum noch einmal gelesen, wobei die Lehrperson bei Bedarf zentrale Wörter oder Formulierungen erklärt.

 

b) Zitat (erst jetzt einführen!)

Nachdem der Text in Aufgabe 1 inhaltlich gesichert wurde, führt die Lehrperson nun bewusst erst an dieser Stelle das Freud-Zitat „Wo Es war, soll Ich werden“ ein (Aufgabe 2 auf dem Arbeitsblatt). Die Lehrperson liest das Zitat vor oder lässt es von einer lernenden Person vorlesen und klärt kurz, dass es sich um einen zentralen, aber anspruchsvollen Gedanken Freuds handelt.

 

„Wo Es war, soll Ich werden.“

Anschließend arbeiten die Lernenden in Partner/innenarbeit. Sie tauschen sich zunächst darüber aus, was Freud mit der Unterscheidung von „Es“ und „Ich“ gemeint haben könnte, und versuchen gemeinsam, den Satz in eigenen Worten zu erklären. Danach besprechen sie, warum dieser Gedanke auch heute noch für viele Menschen spannend oder relevant sein könnte. Die Lehrperson begleitet die Partnerarbeit unterstützend, beantwortet Verständnisfragen und achtet darauf, dass keine „richtige“ philosophische Interpretation erwartet wird, sondern eine verstehensorientierte Paraphrase auf B2-Niveau.

 

Partner/innenarbeit:

  • Was könnte Freud damit gemeint haben? Beschreibe in eigenen Worten…
  • Warum ist dieser Satz für viele Menschen heute noch spannend?

Zusatzinformationen
Input: Textarbeit und Zitat Anmerkungen
  • Der vereinfachte Text (ca. 120 Wörter) stellt die Grundideen Freuds klar und zugänglich dar. Er ist bewusst fokussiert auf drei zentrale Begriffe: Unbewusstes/Es, Ich und verborgene Wünsche. Das vermeidet Überfrachtung und hält das Niveau stabil auf B2.
  • Viele Lernende haben nur oberflächliches oder populäres Wissen über Freud. Schritt 2 schafft eine gemeinsame sachliche Basis, bevor zu persönlichen oder kritischen Positionen übergeleitet wird.
  • Die Markieraufgabe 2 ermöglicht eine sprachliche und inhaltliche Aktivierung: Sie fördern selektives Lesen und unterstützen den fachsprachlichen Wortschatz.
  • Das Zitat „Wo Es war, soll Ich werden“ wird erst in diesem Schritt eingeführt. Dadurch kann die Lehrkraft die Bedeutung langsam aufbauen: erst Text, dann Begriffe, erst danach das anspruchsvolle Zitat.
  • Die Paraphrasierung des Zitats ist sprachlich herausfordernd, aber auf B2 realistisch lösbar, wenn die Lernenden zuvor ausgewählte Wortschatzelemente identifiziert haben. Wichtig: Die Erwartung ist kein philosophisch korrekter Kommentar, sondern eine verstehensorientierte Umschreibung.
  • Lehrkräfte sollten im Hinterkopf behalten, dass Freuds Terminologie historisch ist. Begriffe wie Es, Ich und Über-Ich werden nicht vertieft thematisiert – dies würde den Rahmen sprengen und ist für die Aufgabenstellung nicht nötig.
  • Die Rolle Wiens als Entstehungsort der Psychoanalyse kann hier kurz angesprochen werden (Berggasse 19), falls dies nicht bereits im Einstieg erfolgt ist.
Materialtyp: Arbeitsblatt

Arbeitsblatt 1

Christine Freitag

CC BY-SA 4.0

Materialtyp: Arbeitsblatt

Vertiefende Informationen für Lehrende

Christine Freitag

CC BY-SA 4.0


Materialtyp: Arbeitsblatt 15-20 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • entwickeln einfache Argumente zu Freuds Ideen.
  • vergleichen zentrale Gedanken Freuds mit heutigen Vorstellungen von Psychologie und Therapie.
  • beziehen einfache kritische Perspektiven in ihre Aussagen ein.

Umsetzung

Die Lernenden arbeiten nun in Kleingruppen von drei bis vier Personen. Jede Gruppe erhält von der Lehrperson eine Leitkarte aus Arbeitsblatt 3, die vorab ausgedruckt und ausgeschnitten wurde, sowie für jede lernende Person das Arbeitsblatt 2 („Brauchen wir heute noch Psychoanalyse?“). Auf der Leitkarte findet jede Gruppe eine zentrale Leitfrage, die gemeinsam bearbeitet werden soll; zusätzlich enthält jede Karte eine optionale Zusatzfrage für Gruppen mit mehr Vorwissen oder höherem Anspruchsniveau.

Nach der Gruppenarbeitsphase werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Zur sprachlichen Unterstützung können die auf Arbeitsblatt 2 vorgegebenen Satzanfänge herangezogen werden, zum Beispiel:

  • Meiner Meinung nach …
  • Ein Beispiel ist …
  • Heute spielt … eine größere / kleinere Rolle als früher.
  • Freud hat erkannt, dass …
  • Freud hat nicht berücksichtigt, dass …
  • Ich denke, dass moderne Methoden…

Zusatzinformationen
Transfer – Diskussion über Gegenwart & Relevanz Anmerkungen
  • Die Aktivität ist bewusst argumentativ und diskursiv gestaltet, da sich auf B2 hier besonders gut der Ausbau der mündlichen Ausdrucksfähigkeit zeigt. Lernende sollen lernen, Gedanken logisch zu verknüpfen, Beispiele zu geben und persönliche Erfahrungen sprachlich strukturiert auszudrücken.
  • Die Fragen auf den Leitkarten öffnen unterschiedliche Perspektiven: historische, gesellschaftliche, psychologische und persönliche. Dadurch ist gewährleistet, dass jede Gruppe einen Zugang findet – egal, wie viel Vorwissen vorhanden ist.
  • Es ist normal, dass die Diskussionen in diesem Schritt emotional oder persönlich werden (z. B. eigene Erfahrungen mit Stress oder Therapie). Lehrkräfte sollten deswegen die Gesprächsregeln bewusst setzen (Ich-Botschaften, kein Nachfragen nach Privatem).
Materialtyp: Arbeitsblatt

Arbeitsblatt 2

Christine Freitag

CC BY-SA 4.0

Materialtyp: Arbeitsblatt

Arbeitsblatt 3 Leitkarten

Christine Freitag

CC BY-SA 4.0


5-10 min

Feinlernziele

Die Lernenden …

  • integrieren einfache kritische Perspektiven in ihre Aussagen.
  • stellen Bezüge zwischen Freuds Ideen und heutigen gesellschaftlichen Themen her.
  • reflektieren eigene Gedanken zum Thema Selbsterkenntnis in zusammenhängenden Sätzen auf B2-Niveau.

Umsetzung

Zum Abschluss der Einheit leitet die Lehrperson eine kurze Reflexionsphase ein, in der die Lernenden ihre Gedanken zu Freuds Ideen und deren Bedeutung für die Gegenwart entweder schriftlich oder mündlich formulieren.

 

Option A: Schriftlich

Was bedeutet „sich selbst verstehen“ für dich? Welche Methoden helfen heute?

 

Option B: Mündlich (Plenum)

  • Ein Gedanke Freuds, der heute noch wichtig ist, ist …
  • Heute übertreiben wir vielleicht manchmal mit … (Selbstoptimierung, Coaching, Social Media).
  • Kann man sich auch „zu viel“ mit sich selbst beschäftigen?

Zusatzinformationen
Abschluss – persönliche & kritische Reflexion Anmerkungen
  • Der Abschluss dient der emotionalen und kognitiven Abrundung der Einheit. Lernende formulieren persönliche Einsichten, bewerten das Thema und stellen Bezüge zu ihrem eigenen Leben her.
  • Der Schreibimpuls (Option A) ermöglicht eine vertiefte schriftliche Reflexion, besonders für Lernende, die mündlich zurückhaltender sind. Auf B2 ist die Fähigkeit, Gedanken strukturiert zu formulieren, ein wichtiger Kompetenzbereich.
  • Die mündliche Plenumsrunde (Option B) fördert Zusammenfassungskompetenz: Lernende wählen einen wesentlichen Gedanken aus und formulieren ihn bewusst knapp.
  • Lehrkräfte sollten darauf achten, dass der Abschluss keine therapeutische Atmosphäre erzeugt. Die Einheit bleibt sprachlich und inhaltlich reflektierend – nicht beratend oder persönlich vertiefend.
  • Für Kursgruppen mit hohem kulturellem Hintergrundmix sollte betont werden, dass psychologische Themen in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gehandhabt werden. So entsteht interkulturelle Sensibilität statt vorschneller Verallgemeinerung.
Sprachniveau B2 Dauer alter

Fertigkeit(en)

Fertigkeit(en) Sprechen Schreiben Lesen Hören


Themen

Familie / Beziehung / Privatleben Wissenschaft / Technik Bekannte Persönlichkeiten


Ausstattung

Beamer / Videoprojektor Internetfähiges Gerät für Lehrperson Internetfähiges Gerät für Lernende

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